Mittwoch, 7. März 2012

LEICHEN PFLASTERN SEINEN WEG

"Es ist kalt, wir müssen weg hier. Komm!", dieser schöne Satz aus Falcos "Jeanny" passt perfekt zu diesem Film. Heute ist es wieder sowiet. JoachimC widmet sich heute wieder den Werken des Italowestern und hat sich heute eines der Glazstücke herausgesucht. Um wieder in erster Person zu sprechen: Einer meiner Lieblingsfilme! Doch während ich hier wieder uninteressantes Zeug rumschreibe, beginne ich mal mit dem Inhalt:
Inhalt: Wir schreiben das Ende des 19. Jahrhunderts. Im Norden der USA spielen sich Grausamkeiten ab. Hungersnöte und Armut brachten die Bauern dazu, kriminell zu werden. Nach alter Manier wurden Kopfeglder durch die Regierung erhoben und bald ist die Gegend ein Reich blutrünstiger Kopfegldjäger. Zwar steht "Tot oder lebendig", jedoch sind die Vorschrifften für Lebendtransporte so hinderlich, dass man diesen Fakt ignoriert. Doch die Konkurenz naht: Der stumme Menschenjäger Silence (Jean-Louis Trintigant) hat eine Marktlücke entdeckt und ist darauf spezialisiert, in provozierten Notwehrakten Kopfgeldjäger zu töten. Die Witwen sind begeistert und zahlen ihm gute Honorare. Er nimmt schließlich den Auftrag entgegen, Loco (Klaus Kinski) zu töten, in dem er einen ebenbürtigen gegner findet...

Meinung: Was ist der erste Gedanke, wenn man den Film sieht? Gute Frage, denn das kann man pauschal nicht sagen. Man sieht eine Schneefläche und einen Mann durch diese reiten. Eine leise Musikuntermalung durch Meister Morricone und dann eine kleine Schießerei aufkommen. Es ist einer dieser Filme, die von Anfang an einfach gut sind!
Das Ende der Szene ist jedoch der schlechteste Teil des gesamten Films. Der Dialog, der von der Heldenhaftigkeit Silence erzählen soll, wirket einfach zu, hm, welches Wort passt? Man kann sagen, dass er zu dick aufträgt und zu auffällig ist. Silence wird als der große Held dargestellt und die Bauern als die armen Opfer. Obwohl Silence und die Bauern das wissen, muss der Oberbauer das alles noch erklären...
Sonst ist dieser Film überflutet mit Symbolen und Zitaten. Kein Film kann da mithalten. Er punktet mit vielen schönen Aufnahmen der italienischen verschneiten Bergwelt und weiß damit zu überzeugen. Kinski kann aus seiner Rolle das gesamte Potentiall herausholen und glänzt dadurch. Jedoch sind ihm die anderen Akteure ebenbürtig. Jean-Louis Trintigant hat eine komplett stille Rolle, spielt diese aber mit einer Ästhetig, die man heute nicht mehr erwarten kann. Die Schussszenen wirken jedoch auch für Western der damaligen Zeit icht sonderlich gut. Gleichzeitig kann Corbucci mit seinem unglaublichen Arsenal an Kleinigkeiten punkten.
Nach einer Saloonschlägerei, bei der sich Kinski an der Lippe verletzt, hat er im restlichen Film auch eine Narbe an genau dieser Stelle. Zwar symbolisieren die Kopfgeldjäger und der Bankier/Kaufmann (der wie die Judendarstellung der Nazis wirkt) doch ist Silence kein wirklicher Sympathieträger. Er arbeitet genau wie seine Opfer für Kopfgeld, bewegt sich aber auch im moralischen Rahmen. Einzig der preußische Sheriff wirkt sympathisch. Er steht auf Seiten der Verfolgten, bleibt jedoch ein Diener des Rechtsstaates und verhaftet schließlich Loco.  Das wirklich wichtige dieses Films ist jedoch seine Botschaft: Wann ist Töten legitim? Darf Töten legitim sein? Dieser Film ist zu komplex, um ihn in einer Meinungsbeurteilung komplett zu beurteilen. Aus diesem Grund und der allgemein hohen Qualität des Films vergebe ich die Höchstpunktzahl und verspreche, mich noch einmal diesem Film zu widmen!

Donnerstag, 1. März 2012


Und heute ist es so weit, die erste Rezension verlässt die Tastatur.
Aufgrund meiner Krankheit, hatte ich heute Zeit, mich dem Film "Sando Kid spricht das letzte Halleluja" zu widmen. Ich freue mich nun, den ersten Western aus der Koch Media Box eine gründliche Baearbeitung zu spenden.
Zur DVD: Koch Media hat mit der Box wieder ein besonderes Werk gezimmert. Während Pest Entertainment es nicht mal gebacken kriegt, einen FSK 12 Film ungekürzt zu veröffentlichen, schafft Koch Media ein Meisterwerk. Die Box ist aus einem edelwirkenden Pappmaterial und bietet Platz für alle vier DVDs und das wunderbare Booklet. Die DVD selbst ist ein Teilbild des Hintergrundcovers und passt perfekt, wenn es sich nicht verschiebt, in das Bild hinein.
Das Menü bleibt hinter denen der Einzelveröffentlichungen Kochs (zB.Im Staub der Sonne) zurück, aber weiterhin erstklassig. Als Extra liegen eine Bilderschau und der italienische Trailer bei, was sich schon sehen kann. Das Bild der DVD ist schlichtweg perfekt sowie der Ton. Die DVD ist auf dem hohen Koch-Standart angesiedelt und macht einfach Spaß
Zum Film: Wie beginnt Sando Kid? Wir sehen ein vom Bürgerkrieg gezeichnetes Schlachtfeld. Langsam bewegt sich eine zerrissene Konförderiertenflagge im Wind. Ein einzelner Südstaatler steht und versucht die Verletzten zu versorgen. Mehrere Pferde nahen, Nordstaatler. Ein Generall steigt herab, die Waffe in der Hand. Mit Vergnügen beginnt er, die Verletzten zu erschießen, die ihn noch anflehen, sie am Leben zu lassen. Er kommt zu einer Hütte, in der Sando Kid, ein Sanitäter versucht zu retten was zu retten ist und Verletzte versorgt. Der Generall verhöhnt ihn, legt ihm eine Waffe in die Hand und befiehlt ihm, den Verletzten den "Gnadenschuss" zu geben. Sando Kid richtet die Waffe auf den Generall, kann jedoch nicht abdrücken...
Interessant ist zu bemerken, dass bei Sando Kid die Südstaatler sehr gut wegkommen. Vergelichbar ist das mit dem Gemmafilm "Tampeko - Ein Dollar hat zwei Seiten"
Man sieht weiter den Werdegang Sando Kids, der übrigens der überzeugend vom Deutschen
 Peter Lee Lawrence gespielt wird. Er wird Ranger und sorgt mit seinem Colt für Recht und Ordnung. Dabei holt er sich ein beträchtliches Vermögen über Kopfgelder. Schließlich stellt er seinen Urlaubsantrag in seine Heimat, welcher schließlich auch angenommen wird. Doch Sando hat als Beamter das Problem auch im Urlaub arbeiten zu müssen. Als Parfümverkäufer getarnt macht er sich gleich ans Werk gegen den skrupellosen Geschäftsmann vorzugehen, der den Bauern das Land wegnehmen möchte. Grund ist die neue Eisenbanlinie, die Geld heranschaffen soll. Wie ein Mitglied der Rangers bereits sagt, handelt es sich bei dem Geschäftsmann um jenen Generall, von dem am Anfang die Rede ist.
Kritik: Ich hatte erwartet, mit diesem Film einen eher mäßigen zu erleben, doch der Eindruck ist viel, viel besser, als der Ruf des Films. Vor allem die Filmmusik von Allessandroni schafft eine einzigartige Atmosphäre und bringt den aggressiven Character des Films zum Einklang. Kein Klamauk, wir haben es hier mit einem harten Western zu tun, der gekonnt seine Stärken einsetzt. Inzwischen kann ich sagen, dass Sando Kid einer meiner neuen Lieblinge ist. Große Schwächen hat der Film nicht, außer vielleicht ein wenig zu viel Prügelszenen, die jedoch genretypisch sind. Leider war es einer der letzten Filme Lawrens. Der am Bodensee geborene Deutsche beging später, mit 29, Selbstmord.
Eigentlich ist der Film in der falschen Box. Der Garko-Film "Ein Halleluja für Spirito Santo" hätte wohl besser gepasst, während man "Sando Kid..." lieber mit "Sein Wechselgeld ist Blei" und" Stirb oder Töte" in eine Box gesteckt hätte. Jedoch bin ich dankbar, dass Koch Media sich diesem Film gewidmet hat. Bald ist "Sein Wechselgeld ist Blei" dran, doch bis dahin:
Adios Companeros!

Dienstag, 28. Februar 2012

Was ist die Sarggrube?

Halleluja, Companeros,
Heute ist es soweit und mein werter Kollege und ich werden die Sarggrube nun mit lebendem und toten Inhalt füllen.
Wir freuen uns an alle Fans des Italowesterns und dem Giallo einen Blog zu spendieren, der hoffentlich keine Erwartungen offen lässt, wie die Djangos Handwunden.
Um kurz zu erklären, was wir tun werden:
Mein Kollege wird hauptsächlich den Bereich Giallo sich vornehmen und seine, stilsicher in schwarzen Handschuhen geschriebenen Reviews hier präsentieren. Mein Bereich ist der Italowestern, dessen Blüten ich, noch warm und schon Sand drauf, präsentieren möchte. Da ich nicht weiß, was mein geehrter Mitschreiber als nächstes auf den Tisch legt, werde ich meine Pläne bekannt geben.
In den nächsten Tagen kommen die Western der Halleluja-Box dran, mit "Man nennt mich Halleluja" fange ich an.
Was dann kommt? Lasst euch überraschen und genießt unseren Blog!
Adios, Django!